• Simon Weißer

FINBEST Zinscockpit - Juli 2022

Aktualisiert: 28. Juli

Unsere Intention ist es, ein aggregiertes Bild zu den jüngsten Entwicklungen der Firmenkundenzinssätze zu geben. In der Praxis können somit kundenindividuell deutliche Unterschiede zu den hier genannten Konditionen aufkommen, es lassen sich aber sehr gut die jüngsten Trends ablesen.


Eine Erklärung wie sich die Zinssätze für Firmenkunden grundsätzlich zusammensetzen finden Sie hier.


Verglichen werden die Zinsen für 5-jährige Ratendarlehen, also Kredite, welche innerhalb von 5 Jahren durch gleichbleibende Raten zurückbezahlt werden.


Neben klassischen Bankkrediten berücksichtigen wir auch Förderkredite in zwei Kategorien:

  1. Nicht subventionierte Standardprogramme ohne Zweckbindung (beihilfefreie Konditionen) und

  2. Förderprogramme mit zusätzlicher Zinssubvention, welche z.B. für Digitalisierung, Produktneuentwicklungen und Umweltschutz herausgereicht werden.


Zeitraum: Januar 2020 bis Juli 2022



Highlights:

  • Zinsen für langfristige Bankdarlehen seit Jahresanfang um fast 2% p.a. gestiegen, zuletzt aber trotz Leitzinserhöhung wieder rückläufig.

  • 3-Monats-EURIBOR seit Jahresanfang um 0,8% gestiegen, allein seit der Leitzinserhöhung um rd. 0,2% auf jetzt 0,23%.

  • Zinsanpassungsklauseln in Kontokorrentkrediten werden nun voraussichtlich greifen und zu höheren Zinsen führen.

  • Auch beihilfefreie Förderprogramm ohne Zweckbindung zeigen aktuell einen deutlichen Konditionsvorteil

  • Förderprogramme mit Beihilfe zeigen unverändert einen Vorteil von rd. 1% p.a.

Empfehlung: Im Hinblick auf die avisierten Leitzinserhöhungen in der zweiten Jahreshälfte ist ein weiterer Zinsanstieg denkbar. Wir empfehlen daher die aktuell etwas gesunkenen Zinskonditionen durch flexible Förderkredite ohne Abnahmeverpflichtung zu sichern.


  • Der 3-Jahres Midswap (dieser ist für 5-jährige Ratendarlehen relevant, da die gewichtete Laufzeit aufgrund der Tilgung ca. 3 Jahre beträgt) ist seit Jahresanfang um fast 1,3% auf 1,32% angestiegen. Nachstarkem Anstieg im Juni auf bis zu 1,88% erfolgte im Juli nun aber wieder ein deutlicher Rückgang.

  • Die Zinsen für Förderkredite sind seit Jahresanfang ebenfalls gestiegen, womit der Vorteil zu den klassischen Bankkrediten unverändert bei rd. 0,3% -1,2% p.a. liegt.

  • Die Zinssätze unterliegen aktuell starken Schwankungen. Nachdem die Förderkreditzinssätze i.d.R. mit 2-3 Tagen Verzug an die Kapitalmarktzinsen angepasst werden, schwanken auch die Vorteile der Förderkredite enorm.

  • Der 3-Monats-EURIBOR hat sich um rd. 0,8% p.a. seit Jahresanfang verteuert. Viele Kontokorrentkreditlinien sehen eine Konditionsanpassung vor, wenn sich der Referenzzinssatz um mindestens 0,25% verändert. Daher ist hier nun in der Breite mit einer Verteuerung der Zinssätze für Kontokorrentkredite zu rechnen, was eine Umschuldung in Förderkredite mit festem und subventioniertem Zinssatz nochmals interessanter macht. Dadurch kann der Zinssatz für die gesamte Laufzeit fixiert werden.

  • Neben der Einbindung öffentlicher Fördermittel ist nun auch ein möglichst gutes Timing für optimale Zinskonditionen entscheidend.



Gerne beraten wir Sie zu Ihren individuellen Zinskonditionen und Möglichkeiten zur Generierung öffentlicher Förderkredite.




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